Augen zu und My. Ich habe ein neues Hobby: Hypnotherapie. Ja, darin lässt man sich ausbilden. Auch ich habe das getan. Der Unterschied von der beruflichen Tätigkeit zum Hobby liegt darin, dass ich mir die Menschen aussuchen darf, die mir von ihren Probleme erzählen. Eine der spannendsten Beobachtungen aus meinen bisherigen Erfahrungen ist ja, dass alle Probleme weg sind, sobald man die Augen schließt. Scheinbar. Denn, sobald ich vorschlage, die Augen zu schließen, lächelt jeder für einen Bruchteil einer Sekunde. Es ist kaum wahrzunehmen. Aber tatsächlich hüpfen bei allen die Mundwinkel kurz nach oben. Um nicht zu sagen: für einen “Augenblick”. Ja, es sieht tatsächlich so aus, als würden die Mundwinkel mal eben noch zu den Augen hinaufblicken, ob sie auch wirklich geschlossen sind. Und dann entspannt sich auch der Mund. Das wieder geht einher mit unserer jahrelangen Erfahrung an Schlaf. Wenn die Augen zu sind, entspannt sich das Gehirn, weil es bei Sehenden ja keine visuellen Reize mehr konsumiert. Und damit sagt es: “Okay, gute Nacht.” Und das ist doch irgendwie faszinierend, dass wir entspannen können, wenn wir unsere Rollläden schließen und für uns quasi “Dunkelheit erzeugen”. Beobachten Sie mal Menschen (oder sich selbst), die sich in angespannten Situationen beherrschen wollen. Dann schließen sie die Augen, atmen tief durch und … Das gibt’s doch nicht! Ich habe solche Menschen genau angesehen. Auch sie haben in einer Milisekunde mit dem Schließen der Augen gelächelt. Und es ist wirklich nur für geübte Beobachter zu erkennen. Niemand macht das bewusst. Es scheint etwas zu sein, was möglicher Weise aufgrund einer Muskelbewegung geschieht. Ich weiß, dass Sie es spätestens jetzt selbst ausprobieren und sich denken: “Hä? Bei mir passiert da nichts. Definitiv gar nichts!” Es sind auch wirklich nur kaum wahrnehmbare Mys, wie man die Winzigkeit eines Winzigen auch bezeichnet. Hm, Florian, vielleicht ist es auch nur eine Einbildung. Naja, und wenn schon, dann ist es zumindest ein sehr schönes Bild.
FLORIAN FLOO WEBER “Wer mich hören will, muss fühlen.”
Winter 2018
Seitdem ich diese fantastische Beobachtung gemacht habe, sage ich zu Menschen, die sich aufregen oder nicht mehr im Griff haben: “Mach mal die Augen zu!” Dann erkenne ich mein Geheimnis, das ich heute offenbart habe, amüsiere mich darüber, sage: “Danke!” und lasse sie die Augen wieder öffnen. Ob es nun nur das My eines Lächelns oder gar ein ganzer Mythos ist: für mich ist es definitiv die ideale Möglichkeit, in jeder Situation das Schönste von einem Menschen sehen zu können. In diesem Sinne, Florian
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